
Energiekosten schultern – jetzt und in Zukunft
Resilienz trotz volatiler Märkte
Erfahren Sie in unserem Artikel:
- Steigende Energiepreise und höhere Unsicherheit bei der Beschaffung setzen Unternehmen unter Druck. Gefragt ist mehr Resilienz im Umgang mit Energie.
- Kurzfristig zählen Transparenz, Lastspitzenmanagement und schnelle Effizienzmaßnahmen. Mittelfristig rücken Prozessoptimierung und planbarere Bezugsmodelle in den Vordergrund.
- Langfristig wird Energie zur strategischen Managementaufgabe. Dann geht es etwa um E-Flotten, Infrastruktur und transformierte Geschäftsmodelle.
Für viele Unternehmen ist das Thema Energie seit Ende Februar mit neuer Wucht zurück auf der Agenda. Steigende Großhandelspreise, unsichere Beschaffungsbedingungen und ein insgesamt höheres Risikoniveau belasten die Planung vieler Betriebe. Laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut ifo sehen neun von zehn Industrieunternehmen in Deutschland ihre Geschäfte beeinträchtigt, 78 Prozent nennen dabei steigende Energiepreise als Belastung.
Für Unternehmen ist das mehr als ein vorübergehender Preisschock. „Es dürfte bis ins kommende Jahr dauern, bis die Preise an den Energiemärkten eine nachhaltige Entspannung erfahren“, so Ulrich Kater, Deka Chefvolkswirt. Bereits seit 2021 ist Energie für viele Unternehmen von Krisen, Preissprüngen und unsicheren Beschaffungsbedingungen geprägt. Auch der Anbieter Eon geht deshalb nicht von einer kurzfristigen spürbaren Entlastung aus. Laut dem Unternehmen haben sich die Einkaufspreise an den Energiebörsen für das laufende Jahr zwischenzeitlich bei Gas um 75 Prozent und bei Strom um 35 Prozent erhöht. Für das kommende Jahr habe der Großhandel bereits Aufschläge von 60 Prozent beziehungsweise 20 Prozent gezeigt.
Politischer Rückenwind, betriebliche Verantwortung
Immerhin gibt es politische Entlastung. Die EU-Kommission hat die deutschen Pläne für einen vergünstigten Industriestrompreis genehmigt, die Maßnahme gilt seit dem 1. Januar 2026 und ist bis Ende 2028 geplant. Damit können energieintensive Unternehmen erstmals staatliche Förderung beantragen, um ihre Energiekosten zu senken und ihren Arbeitspreis teilweise auf fünf Cent pro Kilowattstunde deckeln. Die Hälfte der Förderung muss, so die Bedingung, in Dekarbonisierungsmaßnahmen reinvestiert werden.
Für viele kleine und mittlere Unternehmen dürfte die unmittelbare Wirkung dennoch begrenzt bleiben denn die Maßnahme richtet sich nicht an die Breite des Mittelstands. Darüber hinaus dämpft der Industriestrompreis zwar einen Teil der Kosten, beseitigt aber nicht die strukturellen Belastungsfaktoren: volatile Großhandelspreise, geopolitische Risiken und ein dauerhaft höheres Preisniveau. Für Unternehmen geht es deshalb nicht nur darum, akute Mehrkosten der hohen Energiekosten abzufedern, sondern Energieversorgung und Verbrauch insgesamt robuster aufzustellen.
Welche Maßnahmen Unternehmen bei den hohen Energiekosten schnell ergreifen können
Kurzfristig liegt der erste Hebel für viele Unternehmen nicht in großen Investitionen, sondern im laufenden Betrieb. Wer Energiekosten abfedern will, sollte zunächst Transparenz schaffen: Wo entstehen hohe Verbräuche, wo laufen Anlagen länger als nötig und wo treiben ungünstige Lastprofile die Kosten zusätzlich nach oben? Am Anfang stehen Bestands- und Bedarfsanalyse, damit Unternehmen erkennen, wo sich ohne größere Investitionen gegensteuern lässt. Oft geht es zunächst um Leerlaufzeiten, besser abgestimmte Prozesse und unnötige Verbräuche.
Ein besonderer Hebel liegt in der Optimierung der Leistungsspitzen. Die treiben häufig nicht nur den Verbrauch, sondern auch die Netzkosten. Wer Produktionsabläufe, Maschinenlaufzeiten oder Ladevorgänge besser koordiniert, kann diese Ausschläge oft wirksam begrenzen. Hinzu kommt der Energieeinkauf: In einem volatilen Marktumfeld sollten Unternehmen genauer prüfen, wie sie ihren Bedarf decken. Wer zu stark auf kurzfristige Beschaffung setzt, bleibt anfällig für Preissprünge. Wer zu viel langfristig fixiert, verliert unter Umständen Flexibilität. Entscheidend ist deshalb, den Bedarf sinnvoll aufzuteilen, Laufzeiten passend zu wählen und Einkaufszeitpunkte nicht dem Zufall zu überlassen.
Selbst jenseits größerer Umbauten lassen sich in vielen Betrieben zudem bereits deutliche Einsparungen erzielen und so die hohen Energiekosten abfedern. So kann etwa der Umstieg auf LED in der Beleuchtung die Stromkosten um bis zu 70 Prozent senken, in der Lüftung sind je nach Technik Einsparungen von bis zu 25 Prozent möglich. Kurzfristig geht es also vor allem darum, den Energieeinsatz aktiver zu steuern: Einsparpotenziale früh sichtbar machen, Maßnahmen zu priorisieren und daraus ein tragfähiges Vorgehen ableiten.

Tipps zur Steigerung Ihrer Energieeffizienz
Mit dem Klimaschutzgesetz und steigenden Energiekosten nimmt der Druck auf Unternehmen zu, energieeffizient zu werden. Jeder Tag mit veralteten Technologien und Prozessen kostet Ihr Unternehmen Geld. Wie Energieeffizienzmaßnahmen nicht nur Ihre Kosten senken, sondern auch Ihre Marktposition stärken können, lesen Sie hier:
Vom Einsparpotenzial zur Energiestrategie
Mittelfristig geht es für Unternehmen darum, aus ersten Effizienzmaßnahmen eine belastbare Energiestrategie zu entwickeln. Dann rücken drei Hebel in den Vordergrund:
Dazu können effizientere Abläufe ebenso gehören wie die Eigenproduktion von Energie, etwa über Photovoltaik, oder langfristige Stromlieferverträge. Ziel ist es, Energiekosten nicht nur zu senken, sondern die Versorgung insgesamt robuster und kalkulierbarer aufzustellen.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt die Unternehmensgruppe Bachl aus Niederbayern. Seit 2020 erzeugt das Familienunternehmen im Baustoffbereich grünen Strom für den Eigenbedarf und macht sich damit Schritt für Schritt unabhängiger von stark schwankenden Energiekosten. 2024 wurden nach Unternehmensangaben mehr als 1,4 Gigawattstunden Strom erzeugt und etwa 280.000 Euro an Stromkosten eingespart. Ein Monitoring-System bildet die Energieerzeugung in Echtzeit ab und optimiert den Eigenverbrauch. Das zeigt: Erneuerbare Energien sind auch ein betriebswirtschaftlicher Hebel.
Ein Schlüssel liegt dabei im Modell hinter dem Projekt. Bachl setzt auf ein IPP-Modell mit Financial Power Purchase Agreement, kurz PPA. Das heißt: Ein externer Partner errichtet und betreibt die Anlage, während das Unternehmen den erzeugten Strom langfristig zu vereinbarten Konditionen abnimmt. Für Mittelständler kann das interessant sein, weil sich so Eigenerzeugung, Strombezug und Finanzierung zusammenführen lassen. Bei einer solchen Transformation, ist es hilfreich, einen erfahrenen Partner an seiner Seite zu haben. „Die Deutsche Leasing hat dabei auch konzeptionell mitgedacht“, so Bachl-Geschäftsführer Michael Küblbeck. „Von der Planung bis zur Umsetzung verlief alles auf Augenhöhe.“
Wenn Energie das Geschäftsmodell verändert
Langfristig geht es für Unternehmen um weit mehr als einzelne Effizienzmaßnahmen. Dann rücken größere strategische Fragen in den Vordergrund: Wie lassen sich Standorte, Infrastruktur und Geschäftsmodell so weiterentwickeln, dass Nachhaltigkeit, Energieversorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zusammenkommen? Dazu kann gehören, Unternehmensflotten schrittweise auf E-Mobilität umzustellen. Dass dieser Umbau längst läuft, zeigt auch eine aktuelle DKV-Elektromobilitätsstudie: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen in Europa will in den kommenden zwei Jahren mehr vollelektrische Fahrzeuge anschaffen. Parallel gewinnt grüner Wasserstoff als strategisches Zukunftsthema an Bedeutung, etwa für besonders energieintensive Branchen wie Stahl, Chemie oder Transport.
Wie weitreichend solche Schritte hin zu einer größeren Transformation sein können, zeigt das papperts Backhaus in Eichenzell-Rönshausen. Dort entstand bis Anfang 2025 eine der modernsten und nachhaltigsten Bäckereien Deutschlands. Das Unternehmen investierte dafür einen zweistelligen Millionenbetrag in einen klimafreundlichen Neubau mit Photovoltaik, Blockheizkraftwerk und weiteren innovativen Technologien. Das Beispiel zeigt: Langfristige Transformation beginnt nicht erst bei einzelnen Anlagen, sondern oft bei der strategischen Frage, wie ein Standort in Zukunft wirtschaftlich und nachhaltig funktionieren soll.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die Strukturierung dieser Sprunginvestition. Die DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Leasing Gruppe, stellte für papperts ein ganzheitliches Paket aus Finanzierung und Baumanagement auf: Immobilie und Mobilien wurden über maßgeschneiderte Leasinglösungen finanziert, die Projektsteuerung übernahm die DAL Real Estate Management. Das ermöglichte für große Teile der Investition Bilanzneutralität und schuf zugleich frühzeitig Kostensicherheit. Gerade für mittelständische Unternehmen wird langfristige Transformation damit nicht nur zur Technologiefrage, sondern auch zu einer Frage der passenden Finanzierung und Projektsteuerung.
Fazit: Energie ist längst eine Zukunftsfrage
Gerade vor dem Hintergrund volatiler Energiemärkte und hoher Energiekosten gewinnen strukturierte Finanzierungs- und Umsetzungslösungen an Bedeutung. Sie geben Unternehmen die Möglichkeit, kurzfristig zu reagieren, mittelfristig Effizienzpotenziale zu erschließen und langfristig ihre Infrastruktur und ihr Geschäftsmodell zukunftsfest aufzustellen. Von der Analyse über konkrete Maßnahmen bis hin zu größeren Transformationsprojekten kommt es darauf an, Technik, Finanzierung und Planung zusammenzudenken.
Die Deutsche Leasing begleitet Sie als verlässlicher Partner auf diesem Weg – mit praxisnaher Beratung, maßgeschneiderten Lösungen und einem starken Netzwerk. Nutzen Sie die Chance, Ihr Unternehmen jetzt fit für eine zukunftssichere Energiestrategie zu machen und so Ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken.


