
Sale-and-Lease-Back – Liquidität aus dem Bestand freisetzen
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Sale-and-Lease-Back?
2. Wie funktioniert das Verfahren?
3. Wann ist Sale-and-Lease-Back sinnvoll?
4. Vorteile im Überblick
5. Welche Objekte kommen infrage?
6. Bilanz und Steuer: Was Sie wissen müssen
7. Kundenstimme: Praxisbeispiel
8. Jetzt Beratungsgespräch anfragen
9. Häufige Fragen (FAQ)
Was ist Sale-and-lease-back?
Sale-and-Lease-Back (auch: SLB oder Rückmietverkauf) ist eine Sonderform des Finanzierungsleasings. Ein Unternehmen verkauft ein Investitionsgut – etwa eine Maschine, ein Fahrzeug oder eine Betriebsimmobilie – an die Deutsche Leasing und least dasselbe Objekt direkt zurück. Die Nutzung läuft ohne Unterbrechung weiter, während der Kaufpreis sofort als frische Liquidität in der Kasse landet.
Der entscheidende Unterschied zum klassischen Leasing: Nicht die Deutsche Leasing bestellt das Objekt beim Lieferanten, sondern das Unternehmen ist gleichzeitig Verkäufer und Leasingnehmer. Damit eignet sich das Modell besonders für bereits vorhandenes Anlagevermögen.
Kurzdefinition: Das Unternehmen verkauft ein Wirtschaftsgut an die Deutsche Leasing und least es gegen eine planbare monatliche Rate zurück – ohne Betriebsunterbrechung.
Wie funktioniert das Verfahren?
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1. Anfrage & Bewertung
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Das Unternehmen reicht Unterlagen ein (z. B. Anlagenregister aus der letzten Bilanz). Die Deutsche Leasing erstellt ein Angebot.
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2. Gutachten
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Ein Sachverständiger ermittelt den Zeitwert der Objekte vor Ort.
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3. Kaufvertrag
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Das Eigentum am Investitionsgut geht auf die Deutsche Leasing über. Der Kaufpreis wird ausgezahlt.
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4. Leasingvertrag
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Das Unternehmen least das Objekt zu fest kalkulierten Raten zurück und nutzt es wie bisher.
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5. Vertragsende
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Je nach Vereinbarung: Rückkauf, Verlängerung oder Rückgabe des Objekts.
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Wann ist Sale-and-Lease-Back sinnvoll?
1. Kurzfristiger Liquiditätsbedarf
Unternehmen, die schnell Kapital benötigen – etwa für Investitionen in Wachstum, die Absicherung von Lieferketten oder die Rückzahlung von Förderkrediten – heben mit diesem Modell stille Reserven, die im Anlagevermögen gebunden sind. Bankkredite erfordern häufig zusätzliche Sicherheiten; bei Sale-and-Lease-Back dient das Objekt selbst als Sicherheit.
2. Bilanzoptimierung
Nach dem Verkauf aktiviert die Deutsche Leasing das Leasingobjekt in ihrer eigenen Bilanz. Für das Unternehmen wird das Leasinggut bilanzneutral. Werden die Erlöse zur Schuldentilgung eingesetzt, sinkt die Bilanzsumme – die Eigenkapitalquote steigt rechnerisch, das Bonitätsrating verbessert sich.
3. Komplexe Sonderanfertigungen
Bei Nutzfahrzeugen mit Sonderaufbauten oder Anlagen, bei denen mehrere Lieferanten beteiligt sind, kann der klassische Leasingweg eigentumsrechtlich schwierig werden. Sale-Lease-Back vereinfacht die Finanzierungsstruktur: Das Unternehmen kauft, die Deutsche Leasing kauft nach.
Vorteile im Überblick
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Liquidität ohne Kredit
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Kein zusätzlicher Bankkredit, keine Belastung bestehender Kreditlinien
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Objekt bleibt in Betrieb
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Nutzung läuft nahtlos weiter, kein operativer Einschnitt
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Bilanzneutralität
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Das Leasinggut erscheint nicht mehr in Ihrer Bilanz (HGB-Bilanzierung)
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Planbare Kosten
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Feste Leasingraten erleichtern die Finanz- und Liquiditätsplanung
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Steuerlicher Abzug
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Leasingraten und Sonderzahlungen sind vollständig als Betriebsausgaben absetzbar (HGB)
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Keine Zusatzsicherheiten
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Das Leasingobjekt selbst ist die Sicherheit für die Deutsche Leasing
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Liegt der Verkehrswert über dem Buchwert, können Sie steuerpflichtige Gewinne realisieren und durch das Heben stiller Reserven das Eigenkapital stärken.
Welche Objekte kommen infrage?
Sale-and-Lease-Back funktioniert mit einem breiten Spektrum an Wirtschaftsgütern:
- Maschinen und Produktionsanlagen (Neukauf oder Gebrauchtgüter mit Marktwert)
- Nutzfahrzeuge, Flotten und Spezialfahrzeuge
- IT-Ausstattung und technische Infrastruktur
- Betriebsimmobilien (Produktions- und Verwaltungsgebäude, Logistikflächen)
Bilanz und Steuer: Was Sie wissen müssen
HGB-Bilanzierung
Bilanziert Ihr Unternehmen nach dem Handelsgesetzbuch (HGB), gilt: Das Leasingobjekt wird nach dem Verkauf in der Bilanz der Deutsche Leasing aktiviert, nicht mehr in Ihrer. Die Leasingraten und etwaige Sonderzahlungen können Sie vollständig als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.
IFRS-Bilanzierung
Für Unternehmen, die nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) bilanzieren, gelten abweichende Regelungen, insbesondere unter IFRS 16 (Leasingverhältnisse). Hier empfehlen sich eine individuelle steuerliche Prüfung und eine Abstimmung mit Ihrem Wirtschaftsprüfer.
Eigenkapitalquote verbessern
Ein konkretes Rechenbeispiel: Ein Unternehmen verkauft eine Maschine zum aktuellen Verkehrswert von 500.000 €, der Buchwert liegt bei 200.000 €. Die stillen Reserven von 300.000 € werden realisiert und erhöhen das Eigenkapital. Gleichzeitig sinkt die Bilanzsumme, wenn die Erlöse zur Tilgung von Verbindlichkeiten eingesetzt werden. Das Ergebnis: eine deutlich verbesserte Eigenkapitalquote ohne Zuführung externer Mittel.
Kundenstimme: Praxisbeispiel
Element GmbH, Bruckmühl – Spezialist für Prototypenteile aus Kunststoff
Die Element GmbH brachte ihr Produktions- und Verwaltungsgebäude in eine gemeinsam mit der DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG gegründete Objektgesellschaft ein. Der Kaufpreis wurde durch die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling finanziert. Per Leasingvertrag nutzt das Unternehmen die Immobilie unverändert weiter – mit Ankaufsrecht am Ende der Vertragslaufzeit.
„Mit der Sale-and-lease-back-Finanzierung haben wir nicht nur langfristige Finanzierungssicherheit für Investitionen in die Zukunft erhalten, sondern konnten dank der Nachfolgeregelung schon heute den erfolgreichen Bestand unseres Unternehmens sichern."
- Gerhard Holy, Geschäftsführer Element GmbH
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Häufige Fragen (FAQ)
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Was ist der Unterschied zwischen Sale-and-Lease-Back und klassischem Leasing?+
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Beim klassischen Leasing bestellt die Leasinggesellschaft das Objekt direkt beim Lieferanten und überlässt es Kund:innen zur Nutzung. Beim Sale-and-Lease-Back kauft das Unternehmen das Objekt selbst – oder es ist bereits im Bestand – und verkauft es anschließend an die Leasinggesellschaft,um es sofort zurückzuleasen. Das Unternehmen ist damit gleichzeitig Verkäufer und Leasingnehmer.
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Welche Mindestgröße muss ein Objekt haben?+
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Ein Mindestvolumen ist empfehlenswert, da Gutachterkosten und Strukturierungsaufwand anfallen. Als grobe Orientierung gilt: Transaktionen unter einem Objektwert von 20.000 € sind selten wirtschaftlich. Das genaue Minimum hängt vom Objekt und der Finanzierungsstruktur ab – sprechen Sie uns an.
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Bleibt das Objekt in meinem Betrieb?+
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Ja. Der Besitz und die operative Nutzung des Objekts ändern sich nicht. Nur das Eigentum geht auf die Leasinggesellschaft über. Das Objekt verbleibt physisch in Ihrem Unternehmen.
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Kann ich das Objekt am Ende der Laufzeit zurückkaufen?+
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In der Regel wird ein Ankaufsrecht vertraglich vereinbart. Die konkreten Konditionen – etwa ein festgelegter Restwert – werden im Leasingvertrag geregelt und sind Teil der individuellen Vereinbarung.
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Funktioniert das Modell auch für Immobilien?+
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Ja. Betriebsimmobilien – Produktions-, Verwaltungs- oder Logistikgebäude – sind ein zentrales Anwendungsfeld. Laufzeiten von bis zu 20 Jahren sind dabei üblich. Die DAL Deutsche Anlagen-Leasing, Teil der Deutsche Leasing Gruppe, ist auf immobilienbasierte Sale-and-Lease-Back-Strukturen spezialisiert.
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Wie lange dauert die Abwicklung?+
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Nach Eingang aller erforderlichen Unterlagen und abgeschlossenem Zeitwertgutachten dauert die Auszahlung in der Regel wenige Wochen.
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Wird meine Bonität für die Entscheidung herangezogen?+
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Sale-and-Lease-Back ist eine objektbasierte Finanzierung. Das Objekt selbst dient als Sicherheit. Das bedeutet: Die Anforderungen an zusätzliche Sicherheiten und Bonitätsnachweise sind geringer als bei einem klassischen Bankkredit. Die Finanzierungsentscheidung hängt maßgeblich vom Wert und der Marktgängigkeit des Objekts ab.
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Kann ich auch gebrauchte Investitionsgüter einbringen?+
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Ja. Auch gebrauchte Maschinen, Fahrzeuge oder Anlagen mit nachweisbarem Marktwert sind grundsätzlich geeignet. Voraussetzung ist, dass ein unabhängiger Gutachter einen belastbaren Zeitwert ermitteln kann.
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