
Wie das Unternehmen Kerschgens hohe Energiekosten in einen Wettbewerbsvorteil verwandelte
Wie der Dienstleister rund um Werkstoffe mit eigener Energie 80 % Autarkie erreicht und wie Sie das auch können
Erfahren Sie in unserem Artikel:
- Was der Industriestrompreis ist und was er für Unternehmen bedeutet
- Welche Chancen die Reinvestitionspflicht des Industriestrompreises bietet
- Welche Finanzierungsmodelle helfen, die Förderung optimal zu nutzen, ohne die eigene Bilanz zu strapazieren
Die steigenden Stromkosten stellen eine große Belastung für deutsche Unternehmen dar. Im internationalen Vergleich sind die Preise hierzulande besonders hoch. So zahlen deutsche Großverbraucher laut einer Studie zwischen 13 bis 18 Cent pro Kilowattstunde, in China hingegen liegt der Strompreis lediglich bei umgerechnet rund acht Cent.
Um energieintensive Unternehmen zu entlasten, hat die Bundesregierung nun den sogenannten Industriestrompreis eingeführt. Seit Jahresbeginn können energieintensive Unternehmen diesen auf zwei Jahre beschränkten Zuschuss beantragen. Förderungsberechtigt sind alle Unternehmen, die für die Produktion besonders viel Strom brauchen, wie beispielsweise die Stahl- und Chemieindustrie und der Maschinenbau, insgesamt 91 Wirtschaftszweige. Hintergrund für die Einführung des Industriestrompreises ist ein im Sommer 2025 beschlossener EU-Beihilferahmen, der „Clean Industrial Deal State Aid Framework" (CISAF). Damit will die EU in den Mitgliedsländern eine saubere und wettbewerbsfähige Industrie fördern.
Wie genau kann der Industriestrompreis meine Energiekosten reduzieren?
Der Industriestrompreis funktioniert folgendermaßen: Unternehmen, die die Förderung beantragen und die Voraussetzungen erfüllen, erhalten von 2026 bis 2028 einen gedeckelten Arbeitspreis von 5 Cent pro Kilowattstunde für 50 Prozent ihres Verbrauchs. Die Beihilfe erhalten Unternehmen auch rückwirkend für das vergangene Jahr. Die Subventionen sind aber an eine Bedingung geknüpft: Unternehmen müssen die Hälfte der erhaltenen Förderung in sogenannte Maßnahmen zur Dekarbonisierung reinvestieren. Das kann eine Anlagenmodernisierung oder die Anschaffung von Photovoltaikanlagen oder Batteriespeicher sein.
Von der Investition zur Unabhängigkeit – wie Kerschgens Vision zu einem inspirierenden Praxisbeispiel aus der Industrie wurde.
Was klingt wie ein Haken, ist womöglich ein Vorteil. Solche Investitionen in klimafreundliche Anlagen und Maßnahmen können sich sogar schon ohne Industriestrompreis lohnen, das zeigt das Beispiel Kerschgens aus Stolberg. Bereits 2022 entschied sich das Unternehmen in Photovoltaikanlagen, Ladesäulen und Batteriespeicher zu investieren.
Nachhaltiger Umgang mit Energie, niedrigere Betriebskosten und eine deutliche Reduzierung von CO₂-Emissionen – das sind die zentralen Ziele, die Kerschgens konsequent verfolgt. Zwischen 2024 und 2025 wurde die PV-Anlage installiert – seitdem produziert und nutzt das Unternehmen seinen eigenen Strom. Die beiden Batteriespeicher nehmen tagsüber und am Wochenende den überschüssigen Solar-Strom auf, der nicht direkt verbraucht werden kann. Diese Stromreserve wird dann in der Nachtschicht verbraucht, damit Kerschgens möglichst keinen Fremdstrom einkaufen muss.
Nachdem ein Industriespeicher mit einer Kapazität von 1,3 MWh erfolgreich in Betrieb genommen wurde, ist als nächster Schritt eine Erweiterung um 1,8 MWh vorgesehen, um die Energieeffizienz weiter zu steigern und die Versorgung langfristig auf ein nachhaltiges Fundament zu stellen.
Seit der Inbetriebnahme konnte Kerschgens damit einen großen Teil seiner Energiekosten reduzieren. 2024 stammten 58 Prozent des verbrauchten Stroms aus der eigenen Anlage, sagt Geschäftsführer Heinz Herbort. Und dank der Batteriespeicher konnte der Eigenverbrauch zuletzt noch deutlich erhöht werden: Seit dem vergangenen Jahr liegt er bei 80 Prozent. So konnten Lastspitzen intelligent abgefangen und von 423 kW auf unter 320 kW gesenkt werden, der CO₂-Verbrauch deutlich gesenkt werden und auch die Mitarbeiter:innen profitieren von der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
Besonders Planungssicherheit und Unabhängigkeit standen bei dieser Investition im Vordergrund: „Wir wollen möglichst autark sein und einen festen Strompreis haben, mit dem wir die nächsten 10 bis 20 Jahre rechnen können, ohne Sorgen, dass plötzlich Amplituden kommen, die uns Schwierigkeiten bereiten“, sagt Herbort.
Die beiden Batteriespeicher besorgte Kerschgens beim Energieausrüster Voltfang aus Aachen. Der Anbieter liefert nicht nur die neuste Technik und ein umfassendes Softwareangebot, sondern unterstützt auch beim Auslegungsprozess und der Wirtschaftlichkeitsanalyse, um die größtmöglichen Kosteneinsparungen sicher zu stellen Der After-Sales-Service stellt sicher, dass die Batteriespeicher, die eine Garantie von zehn Jahren haben, möglichst lange und optimal arbeiten können. Die Server am Unternehmensstandort Aachen sind mit den Anlagen verbunden und überwachen fast in Echtzeit den Zustand der Batterien.
Zwei Temperatursensoren an jeder einzelnen Zelle senden alle zehn Sekunden Daten nach Aachen. „Wir prüfen, wie sich die Zelle verhält. Gibt es Abweichungen? Hinkt eine Zelle hinterher oder wird eine wärmer?“, erklärt Voltfang-Geschäftsführer Roman Alberti. Bei vielen Störungen reicht es, dass die Mitarbeite:innenr aus der Ferne über die Software eingreifen, in anderen Fällen schickt Voltfang ein Wartungsteam zum Unternehmen.
Voltfang-Kunden gibt es mittlerweile landesweit, das Unternehmen hat außerdem begonnen, seine Batterien ins europäische Ausland zu verkaufen. Die Nachfrage steigt immer weiter. Das liege unter anderem daran, dass der Preis in den vergangenen Jahren um die Hälfte gesunken sei, erklärt Alberti. Gerade in Zeiten steigender Strompreise und Energiekosten seien Batteriespeicher sehr wirtschaftlich. „Sie sind unabdingbar für die Energiewende“, ist sein Fazit. Kerschgens-Geschäftsführer Herbort ist ebenfalls vom langfristigen Nutzen überzeugt. Wenn die derzeit aktiven Speicher des Betriebes irgendwann in 12 oder 13 Jahren ausrangiert werden müssen, wird er neue kaufen. „Wir müssen das nicht nur, wir wollen das auch“, betont er. Mit Voltfang hat er einen langfristigen Partner an seiner Seite, der von Anfang an mit dem richtigen Spirit und einer Hands-on-Mentalität überzeugt hat.
Finanzierung von Energieprojekten muss gut geplant sein
Klimafreundliche Anlagen können Unternehmen also langfristig helfen, Energiekosten zu sparen. Die staatliche Förderung durch den Industriestrompreis liefert nun einen weiteren Anreiz. Allerdings kann ein Batteriespeicher Kosten im fünf- bis siebenstelligen Eurobereich verursachen. Unternehmen können bei der Finanzierung solcher Projekte auf verschiedene Bezahlungsmodelle wie Leasing, Pay-per-use und Projektfinanzierung zurückgreifen. Leasing ermöglicht die Nutzung von Anlagen wie Photovoltaikanlagen oder Batteriespeichern, ohne Eigenkapital zu binden. Die Investition wird in planbare monatliche Raten aufgeteilt, die steuerlich als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können.
Eine Kombination dieser Modelle mit staatlichen Fördermitteln wie aus KfW-Programmen oder regionalen Fördertöpfen ist in vielen Fällen möglich und kann die Gesamtfinanzierung deutlich attraktiver machen. Wichtig ist dabei, die Förderbedingungen frühzeitig zu prüfen, da manche Programme eine bestimmte Finanzierungsstruktur voraussetzen oder Kumulierungsgrenzen gelten.
Die Deutsche Leasing begleitet Sie als verlässlicher Partner auf diesem Weg – mit praxisnaher Beratung, maßgeschneiderten Lösungen zur Senkung Ihrer Energiekosten und einem starken Netzwerk. Nutzen Sie die Chance, Ihr Unternehmen jetzt fit für die neuen Spielregeln bei der Energieförderung zu machen und so Ihre Position im internationalen Wettbewerb zu stärken.


