
Lohnt sich der Einsatz von KI?
Top-Tipps für mehr KI-Erfolg
Erfahren Sie in unserem Artikel:
- Warum Unternehmen, die bis 2030 ohne KI operieren, ernsthafte Wettbewerbsnachteile riskieren
- Warum ein strukturiertes Vorgehen beim KI-Einsatz wichtig ist: branchenspezifische Use Cases identifizieren, interdisziplinäre Projektteams fördern und ethische Richtlinien definieren
- Wie Unternehmen bei all dem auch die Kosten im Blick behalten
Schon heute ist Künstliche Intelligenz (KI) in der Unternehmerwelt eine dominierende Technologie, stellen das Handelsblatt Research Institute und der Digitalberatung valantic in ihrer Studie „Digital Excellence Outlook 2026 – AI at Scale“ fest. Sie warnen, dass Unternehmen ohne KI bis 2030 ein Wettbewerbsnachteil drohen könnte. Davon sind auch 79 Prozent der Unternehmensentscheiderinnen und –entscheider überzeugt. Wer jetzt zögert, bleibt zurück, heißt es daher im Vorwort des Berichts. Die Erwartungen an die Technologie sind hoch, und auch die Akzeptanz scheint zu steigen.
Alarmierend: Neun Prozent der Unternehmen sind im Umgang mit KI klar abgehängt. Sie setzen künstliche Intelligenz nicht strategisch ein, weil ihnen dazu schlicht die Fähigkeiten fehlen. Weitere 55 Prozent setzen darauf, schrittweise Künstliche Intelligenz einzuführen und gleichzeitig ihre Mitarbeiter zu schulen. Immerhin 36 Prozent der Unternehmen gelten als Vorreiter. Sie integrieren die Technologie gezielt in Geschäftsprozesse.
KI bringt deutlichen Benefit, doch die Unternehmen sind spät dran
Natürlich ist die Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Unternehmerwelt stark branchenabhängig. Dennoch haben viele Firmen unterschiedlicher Branchen zu spät damit angefangen, in die entsprechende Architektur zu investieren, sagt Bettina Uhlich, Vorsitzende des Präsidiums des Bundesverbands der IT-Anwender (Voice) laut der Studie. Diesen Rückstand aufzuholen koste nun Zeit. Zugleich wünschen sich laut aktueller Bitkom-Studie 93 Prozent der Unternehmer KI-Lösungen aus Deutschland — die breite Mehrheit will, dass Deutschland nicht nur Anwender, sondern Anbieter von künstlicher Intelligenz wird.
Dass Unternehmen von der Technologie profitieren, ist laut Studie eindeutig: Prozesse werden schneller und günstiger. Automatisierte Workflows machen manuelle Eingriffe immer seltener notwendig, das spart Ressourcen und spielt sie für andere Aufgaben frei. Lediglich sechs Prozent der Unternehmensleiter glauben nicht, dass die Nutzung von KI einen Mehrwert für sie hat.
Durch KI-Ausbau auch eine Steigerung der digitalen Souveränität
Was bedeutet das konkret für die finanzielle Rentabilität der Unternehmen?: Mithilfe von Künstliche Intelligenz können sie etwa finanzielle Risiken schneller erkennen und effizienter steuern. Dadurch werden Verluste minimiert. Hinzu kommt, dass künstliche Intelligenz dabei hilft, Analysen vorausschauender zu gestalten. Für Unternehmen kann all dies bedeuten, dass sie bessere Geschäftsentscheidungen treffen oder schneller auf Marktentscheidungen reagieren.
Mehr noch: Mit dem passenden Know-How verbessern sich laut Studie nicht nur Effizienz und Qualität des Unternehmens, sondern auch die digitale Souveränität insgesamt. Etwa durch transparente Governance-Richtlinien, datengestützten Entscheidungsprozessen und definierte Leitlinien für den Einsatz von KI. So sichern Unternehmen die Kontrolle über Algorithmen und Datenflüsse.

„Abwarten, ist keine Option. KI wird ein Topthema bleiben und wer nicht jetzt damit anfängt, eine Strategie zu entwickeln, wie Künstliche Intelligenz im Unternehmen genutzt werden soll, der kann über kurz oder lang seine Wettbewerbsposition schwächen.“
Christian Opitz, Trend- und Innovationsmanager bei der Deutschen Leasing
Wie den Einsatz von KI richtig angehen?
Der Einsatz von KI lohnt sich also für Unternehmen. Sie müssen das Thema allerdings systematisch angehen. Christian Opitz, Trend- und Innovationsmanager bei der Deutschen Leasing, beschäftigt sich innerhalb der Organisation immer wieder auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz. Er empfiehlt, Unternehmensziele zu analysieren und dazu passende KI-Anwendungen zu definieren. Er sagt klar: „Abwarten, ist keine Option. Es wird ein Topthema bleiben, und wer nicht jetzt damit anfängt, eine Strategie zu entwickeln, wie Künstliche Intelligenz im Unternehmen genutzt werden soll, der kann über kurz oder lang seine Wettbewerbsposition schwächen.“
Opitz gibt drei Tipps:
Tipp 1: Mit System vorgehen
Die meisten Unternehmen haben erste Erfahrungen mit KI-Tools gesammelt – sei es durch Copilot, ChatGPT oder andere generative Anwendungen. Die entscheidende Frage lautet 2026 nicht mehr „Fangen wir mal an?", sondern „Wie nutzen wir das strategisch?" Wer einzelne Prozesse automatisiert hat, sollte jetzt den nächsten Schritt gehen: Pilotprojekte auf weitere Fachbereiche ausweiten, interne KI-Kompetenzen bündeln und gezielt externe Unterstützung hinzuziehen, wo sie fehlt. DDabei können Unternehmen für größere Projekte auch auf externe Hilfe zurückgreifen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke etwa, bietet speziell für mittelständische Unternehmen kostenlose Beratung an sowie ein großes Netzwerk aus Forschung und Wirtschaft.
Tipp 2: Zur Chefsache machen
Eine KI-Strategie ist kein IT-Projekt – sie ist eine Unternehmensentscheidung. Wer sie nur der Technik-Abteilung überlässt, verschenkt Potenzial. Unternehmen sollten ihre Geschäftsziele und -prozesse analysieren, daraus konkrete Anwendungsfälle ableiten und dabei klar priorisieren: Wenige, aber wirkungsvolle Use Cases sind besser als viele halbfertige Experimente. Opitz rät auch sich zeitgleich mit der Frage auseinanderzusetzen, was mit der Unternehmenskultur passiert, wenn Künstliche Intelligenz hinzukommt. "Das wird die Organisation und die Arbeitsweise in vielen Bereichen verändern.“

Warum der EU AI Act trotz Verschiebung Chefsache bleibt
Die EU will mit dem Artificial Intelligence (AI) Act für klare Regeln sorgen – und das betrifft den Mittelstand ganz direkt. Was auf den ersten Blick nach bürokratischer Last aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Sprungbrett für zukunftsfähige Unternehmen.
Am Ende gehört zu dieser Betrachtung auch der Blick auf die Kosten. Eine Lizenz für den KI-Service Copilot von Microsoft für einen Nutzer kostet rund 30 Euro im Monat. Spart ein Mitarbeitender dank Copilot auch nur eine Stunde Arbeit im Monat, lohne sich die Investition, argumentiert Microsoft. Auf ein ganzes Unternehmen gerechnet, ist die Investition indes nicht ohne. Würde eine Firma mit 500 Mitarbeitern alle mit Copilot ausstatten, müsste sie allein dafür 180.000 Euro Lizenzkosten pro Jahr aufbringen – zuzüglich zur ohnehin fälligen Lizenz für alle anderen Microsoft-Office-Programme. Wenn also ein Produktivitätsgewinn der Mitarbeitenden eines der Ziele ist, die Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz erreichen wollen, sollten sie in ihrer Strategie auch festhalten, wie dieser gemessen wird.
Tipp 3: Für Akzeptanz sorgen
Immer noch stehen viele Beschäftigte einem KI-Einsatz skeptisch gegenüber. 2026 reicht es nicht, hier das Beste zu hoffen. Unternehmen stehen zunehmend in der Pflicht, den Einsatz von KI transparent und nachvollziehbar zu gestalten – gegenüber Mitarbeitenden, Kunden und Investoren gleichermaßen. Wer KI verantwortungsvoll führt, schafft nicht nur Akzeptanz, sondern auch Vertrauen – und das ist langfristig der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Deshalb müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die KI-Welt mitgenommen werden, sowohl durch Weiterbildungen zum Umgang mit KI, als auch zur Vertiefung ihres jeweiligen Fachwissens.





