
Wie Unternehmen bei ESG-Kriterien auf Erfolgskurs bleiben
So meistern Sie die ESG-Kriterien
Erfahren Sie in unserem Artikel:
Einige Unternehmer haben früh auf Nachhaltigkeit gesetzt, ihre Prozesse angepasst, Berichte erstellt und Kennzahlen erhoben. Sie wollten vorbereitet sein, denn die ersten Entwürfe zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sahen strenge Regeln vor. Ursprünglich sollten ab 2026 nahezu alle mittelständischen Unternehmen detailliert berichten. Unternehmen galten als berichtspflichtig, wenn sie mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllten: mehr als 250 Beschäftigte, mehr als 50 Millionen Euro Umsatz oder mehr als 25 Millionen Euro Bilanzsumme. Auch das Lieferkettengesetz sollte auf breite Teile der Wirtschaft ausgeweitet werden.
Ende 2025 hat die EU mit dem Omnibus-I-Paket nachgesteuert. Nach erheblichem Protest vor allem aus dem Mittelstand wurden die Schwellenwerte deutlich erhöht:
- Die CSRD gilt erst ab 1.000 Mitarbeitenden und 450 Millionen Euro Umsatz.
- Die europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) greift ab 2029 und betrifft nur Unternehmen mit mindestens 5.000 Beschäftigten und 1,5 Milliarden Euro Umsatz.
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Das nationale Lieferkettengesetz bleibt bis dahin in Kraft, wird aber entschärft.
Viele, die früh auf ESG gesetzt haben, fragen sich angesichts dieser Lockerungen, ob sich ihr Engagement gelohnt hat. Die Sorge, als Pionier benachteiligt zu sein, ist nachvollziehbar – aber unbegründet. Denn: Wer vorbereitet ist, hat die besseren Karten. Unternehmen, die ihre Prozesse und Kennzahlen im Griff haben, können flexibel auf neue Anforderungen reagieren. Sie punkten bei Investoren, Banken und großen Kunden, die weiterhin Wert auf Nachhaltigkeit legen. Und sie sind attraktiv für Talente, für die ein glaubwürdiges Nachhaltigkeitsprofil zählt.
„Sichtweise ändern und das Positive erkennen“
Vanessa Knauf, Nachhaltigkeitsberaterin der Deutschen Leasing, blickt mit gemischten Gefühlen auf den Gegentrend, der aus Brüssel jetzt auch nach Deutschland geschwappt ist. Die Nachhaltigkeitsexpertin kann zwar die Sorge vor überbordender Bürokratie aus Sicht des Mittelstands verstehen. Zugleich wirbt sie dafür, „die Sichtweise zu verändern und zu versuchen, in der Nachhaltigkeit vor allem etwas Positives für die Unternehmen zu erkennen“. So richtig es nach ihren Worten ist, manche überschießende Bürokratiepflanze etwa mit Blick auf die Berichtspflichten zu stutzen, so falsch wäre es, nicht die Chancen zu ergreifen, die sich aus dem Thema gerade für mittelständische Firmen ergeben. Knauf ist zertifizierte Corporate Sustainable Finance Advisor und eine von drei Nachhaltigkeitsberater:innen in einem Team, das die Deutsche Leasing eigens aufgebaut hat, um ihren Kundinnen und Kunden bei der nachhaltigen Transformation zu begleiten.
Nachhaltigkeit stärkt Resilienz und Zukunftsfähigkeit
Knauf kritisiert das verzerrende Signal, das das Omnibus-Paket sendet, indem die Regelung Nachzügler belohnt und Vorreiter bestraft. Unternehmen, die frühzeitig in die Vorbereitung auf die CSRD investiert haben, sind nach ihren Worten besser aufgestellt, um zukünftige Nachhaltigkeitserwartungen zu erfüllen. Und das, selbst wenn dann die Berichtspflicht um ein, zwei Jahre oder auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Vanessa Knauf: „Investoren priorisieren zunehmend nachhaltige Unternehmen – auch, weil Finanzierer wie Banken oder Leasinggesellschaften durch die Bankenaufsicht verpflichtet sind, ESG-Risiken im Finanzierungsprozess zu beleuchten. Nachhaltig wirtschaftende und strategisch agierende Firmen genießen einen Wettbewerbs- und Finanzierungsvorteil.“ Die bereits geleistete Arbeit von Nachhaltigkeitspionieren ist also keineswegs umsonst gewesen – den Ersten beißen die Hunde bekanntlich nicht.
Hinzu kommt: Während die EU Berichtspflichten lockert, setzt die Europäische Zentralbank ab der zweiten Jahreshälfte 2026 mit dem Climate Factor neue Anreize. Banken erhalten günstigere Konditionen, wenn sie klimafreundliche Kredite vergeben – und geben diese Vorteile voraussichtlich zumindest teilweise weiter. Wer hohe Klimarisiken aufweist, muss künftig mit höheren Finanzierungskosten rechnen.
Schon bevor sie zur Pflicht wird, kann vor allem die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach Knaufs Worten zum strategischen Vorteil werden – als Innovationsmotor, zur Stärkung der Markenreputation bei Kunden, als Wettbewerbsvorteil aber auch bei der Rekrutierung junger Talente am Arbeitsmarkt. Die Generation Z schaut etwa vor der Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag sehr genau auf die grüne Weste eines Arbeitgebers.

„Investoren priorisieren zunehmend nachhaltige Unternehmen. Nachhaltig wirtschaftende und strategisch agierende Firmen genießen einen Wettbewerbs- und Finanzierungsvorteil.“
Vanessa Knauf, Nachhaltigkeitsberaterin der Deutschen Leasing
Die richtige Einstellung: ESG-Kriterien als Chance betrachten
Die Expertinnen und Experten der Nachhaltigkeitsberatung der Deutschen Leasing versuchen täglich zu vermitteln, dass nachhaltiges Wirtschaften eine Chance ist: „Ich bin überzeugt davon, dass der Markt für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen in den kommenden Jahren stark wachsen wird. Je früher Unternehmen ihr Geschäftsmodell auf die Probe stellen, und prüfen, ob es auch in einer nachhaltigeren Zukunft noch tragfähig ist, desto besser“, sagt Knauf. Hinzu kommt, dass der Druck von der gesellschaftlichen wie auch der regulatorischen Seite wächst. So fragen Kundinnen und Geschäftspartner immer öfter nach den Bemühungen in Sachen Umweltschutz und gesellschaftliches Engagement. Und Banken sind nach der 7. Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) inzwischen sogar dazu verpflichtet, Nachhaltigkeitsrisiken ihrer Kundinnen zu erfassen und zu bewerten – unabhängig davon wie groß oder klein das Unternehmen ist.
Ein guter erster Schritt: Die Klimabilanz
Wer Klimaziele verfolgen und sich verbessern möchte, braucht zunächst mal einen Überblick darüber, welche Treibhausgasemissionen das eigene Unternehmen an welcher Stelle genau verursacht. „Eine Klimabilanz ist deshalb ein guter erster Schritt, um zu sehen, wo man steht“, sagt Knauf. Besonders vor dem Hintergrund stark steigender Preise für emittiertes Kohlendioxid in den kommenden Jahren wird eine solche Bilanz auch zum betriebswirtschaftlichen Muss. Der Aufwand dafür ist überschaubar. Zudem gibt es viele Tools und Dienstleister, die dabei unterstützen. Wichtig ist nach Knaufs Worten, nicht nur auf die direkt verursachten Emissionen zu schauen, etwa durch die Nutzung fossiler Brennstoffe, sondern auf alle drei sogenannten Scopes:
- Scope 1: Direkt erzeugte Emissionen aus dem eigenen Betrieb.
- Scope 2: Indirekte Emissionen, etwa durch den Einkauf von Strom.
- Scope 3: Alle anderen indirekten Emissionen, die durch Aktivitäten in der Wertschöpfungskette entstehen.
Ist alles dokumentiert, haben Unternehmen einen guten Startpunkt, um Hebel zu finden, mit denen sie ihren CO2-Fußabruck verringern können. Eine erste und schnell wirksame Maßnahme könne zum Beispiel der Abschluss eines Ökostromtarifs sein.
Gutes und Sinnvolles tun – und angemessen darüber reden
Wie so oft gilt: Die beste Nachhaltigkeitsstrategie und die größten Anstrengungen sind nichts wert, wenn sie nicht angemessen kommuniziert werden – gegenüber Kundinnen, Beschäftigen und Geldgebern. Ergänzend zu einem Nachhaltigkeitsbericht können dabei auch Ratings oder Zertifikate über die Erfüllung der ESG-Kriterien helfen. Diese gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern, darunter etwa Wirtschaftsauskunfteien wie auch auf Nachhaltigkeit spezialisierte Agenturen. Der Vorteil eines solchen Labels: Es dokumentiert die Nachhaltigkeitsanstrengungen nach einem vergleichbaren Standard und hilft so dabei, die Bürokratie, die mit ESG-Kriterien zweifellos verbunden ist, auf ein erträgliches Maß zu reduzieren – aber vor allem zeigt es potenzielle Verbesserungen auf.
„Die Deutsche Leasing hat sich etwa von EcoVadis zertifizieren lassen“, sagt Knauf. EcoVadis ist ein unabhängiger Dienstleister, der Unternehmen auf der Grundlage ihrer Nachhaltigkeitsleistung in vier übergeordneten Kategorien bewertet: Umwelt, Arbeitsbedingungen, Ethik und nachhaltige Beschaffung. Das Experten-Team der Deutschen Leasing berät Kunden zu verschiedenen Berichtsstandards wie dem neuen VSME-Standard. Dahinter steckt ein auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Firmen zugeschnittenes Reporting – die „Voluntary Sustainability Standards for SMEs“. Mit dem Programm nawisio bietet die Deutsche Leasing zudem eine smarte, KI-basierte Software für das Nachhaltigkeits-Management im Mittelstand an.
Wer weiterführende Informationen oder eine individuelle Beratung zur Erarbeitung und Umsetzung eine ganzheitlichen Nachhaltigkeits- und Klimastrategie benötigt, sollte jetzt aktiv werden – unabhängig davon, wie sich die europäischen und nationalen Vorgaben im Detail weiterentwickeln. „Kund:innen können uns direkt oder über die Sparkassen anfragen, und dann gehen wir mit ihnen ins Gespräch“, sagt Knauf, die die Aufgabe der Nachhaltigkeitsberatung vor allem darin sieht, den Unternehmen bei ihren ersten Schritten bei der komplexen Umsetzung der ESG-Kriterien zur Seite zu stehen.
Die Deutsche Leasing begleitet Sie als verlässlicher Partner auf diesem Weg – mit praxisnaher Beratung, maßgeschneiderten Lösungen und einem starken Netzwerk. Nutzen Sie die Chance, Ihr Unternehmen jetzt fit für eine nachhaltige Zukunft zu machen und so Ihre Position im internationalen Wettbewerb zu stärken.


