
Gegen Klimafolgen richtig schützen
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Deutschland hat im Juni 2026 erlebt, wie extrem die Klimafolgen inzwischen sein können: Vielerorts wurde die 40‑Grad‑Marke mehrfach überschritten. In Brandenburg wurde mit 41,7 Grad Celsius ein neuer Temperaturrekord gemessen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einer Hitzewelle, die statistisch neue Maßstäbe gesetzt hat. „Gerade beim Thema Hitzewellen zeigt sich der Einfluss des Klimawandels sehr deutlich. Wir sehen bereits heute, dass Hitzewellen heißer werden und länger andauern. Wir müssen uns für die Zukunft auf weitere Zunahmen vorbereiten“, sagt DWD-Vorstand Tobias Fuchs.
Zwischen diesen Hitzephasen kam es immer wieder zu heftigen Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel, die Keller binnen Minuten volllaufen ließen, Ernten zerstörten und regionale Infrastruktur lahmlegten. „Schon die bisherigen Klimafolgen für Deutschland sind gravierend“, sagt Fuchs. Allein die Hitzewelle im Juni hat Deutschlands Wirtschaft 6,3 Milliarden Euro gekostet.
Investitionen in Klimaschutz geraten unter Druck
Laut KfW-Klimabarometer 2025, einer Studie, für die die Förderbank jährlich bis zu 15.000 Unternehmer befragt, sehen sich 21 Prozent bereits heute von negativen Folgen des Klimawandels betroffen, unter den Großunternehmen in Deutschland sind es sogar 74 Prozent. Immer mehr Unternehmen berichten von Hitzestress für Beschäftigte über Unterbrechungen in Lieferketten bis hin zu Unwetterschäden an Gebäuden und Anlagen.
Gerade für den Mittelstand können die indirekten Folgen von Hitze besonders schwer wiegen. Nach Berechnungen der Prognos AG verursacht bereits ein einzelner Tag mit Temperaturen ab 30 Grad Celsius volkswirtschaftliche Kosten von rund 431 Millionen Euro. Dabei entstehen 97 Prozent der Arbeitskosten nicht durch krankheitsbedingte Ausfälle, sondern durch sinkende Produktivität im laufenden Betrieb. Besonders betroffen sind Unternehmen mit Produktion, Logistik oder körperlich belastenden Tätigkeiten.
Die wirtschaftliche Lage macht es vielen Unternehmen derzeit jedoch schwer, Mittel für Klima- und Anpassungsmaßnahmen freizumachen. „Mehr Großunternehmen als zuvor berichten, dass andere Themen Vorrang für sie haben vor dem Klimaschutz“, sagt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Die Klimaschutzinvestitionen sind 2024 real um knapp acht Prozent zurückgegangen. Ihr Anteil an den Gesamtinvestitionen blieb zwar mit 16,5 Prozent fast stabil, aber das Wachstum der Vorjahre ist vorerst gestoppt. Besonders deutlich haben Großunternehmen ihr Engagement zurückgefahren: Ihre Klimaschutzinvestitionen sanken um 18,5 Prozent.
Um das Thema stärker zu verankern, hat der Bund einen wichtigen Schritt getan: Mit dem 2024 in Kraft getretenen Klimaanpassungsgesetz verpflichtet sich die Bundesregierung, gemeinsam mit Ländern und Kommunen eine vorausschauende Klimaanpassungsstrategie umzusetzen. Öffentliche Infrastruktur, Gebäude, Verkehrsanlagen und andere kritische Einrichtungen sollen systematisch auf Klimarisiken geprüft und klimaresilient geplant beziehungsweise ertüchtigt werden. Denn allein in den vergangenen Jahren sind die Schadenskosten bereits erheblich gestiegen. In den Jahren 2015 bis 2024 lagen die Klimaschäden in Deutschland pro Jahr im Schnitt rund 6,3 Milliarden Euro höher als zwischen 2000 und 2014. Und der Trend dürfte sich fortsetzen. Eine Analyse von Allianz Trade erwartet allein durch Hitzewellen zwischen 2026 und 2030 einen wirtschaftlichen Verlust von rund 115 Milliarden Euro. Klar ist: Bund, Länder und Kommunen werden ihre Anstrengungen weiter ausbauen und langfristig deutlich höhere Summen bereitstellen müssen. Der jährliche Investitionsbedarf für Klimaanpassung beläuft sich laut einer Studie im Auftrag der Wissenschaftsplattform Klimaschutz auf bis zu 10,6 Milliarden Euro – deutlich mehr, als bislang tatsächlich bereitgestellt wird. Wie diese zusätzlichen Mittel finanziert werden, ist noch offen.
Extremwetter und Co. verursachen Milliarden-Schäden
Als ein Argument dafür, derartige Summen nur für die Vorsorge in die Hand zu nehmen, führt die Regierung an, was es kosten würde, nichts zu tun. Für diesen Fall rechnet eine Studie aus dem Jahr 2023 vom damaligen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit klimawandelbedingten volkswirtschaftlichen Schäden in Höhe von 280 bis 900 Milliarden Euro – abhängig davon wie sehr die Erderwärmung begrenzt werden kann.
Die Folgen des Klimawandels betreffen Unternehmen auf vielfältige Weise:
- Extreme Wetterlagen können Gebäude und Produktionsanlagen beschädigen.
- Logistik und Warentransport können erschwert werden.
- Die Leistungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann leiden.
- Landwirtschaftliche Vorprodukte, etwa durch Missernten, können teurer werden.
Für mittelständische Unternehmen bedeutet das, dass Klimafolgen längst nicht mehr nur Umwelt- oder Nachhaltigkeitsthemen sind. Sie entwickeln sich zunehmend zu betriebswirtschaftlichen Risiken, die Personalplanung, Produktionsabläufe, Lieferfähigkeit und Investitionsentscheidungen unmittelbar beeinflussen.
Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, mit diesen Herausforderungen umzugehen
Sie können ihren Standort verlagern, um Risiken aus dem Weg zu gehen. Sie können bauliche und organisatorische Maßnahmen treffen, um die Auswirkungen von Klimafolgen zu minimieren, etwa indem sie Gebäude besser gegen Überschwemmungen und Starkregen schützen oder Notstromaggregate vorhalten.
Eine besondere Form des Notfallmanagements bieten sogenannte Sanierungsdienstleister an, die sich darauf spezialisiert haben, bspw. Brand- und Wasserschäden, Leckagen oder Schimmel zu beseitigen. Je nach Schaden rückt dann ein ganzes Team mit entsprechender Ausrüstung an und versucht, die Betriebsfähigkeit so schnell wie möglich wieder herzustellen. Wer seinen Standort als besonders gefährdet ansieht, kann bei einigen Anbietern auch einen Notfallservice buchen, bei dem garantiert wird, dass Fachpersonal und Equipment jederzeit und auf Abruf einsatzbereit wären.
Oder aber Unternehmen können Risiken an Versicherungen auslagern. Dabei wiederum hilft es, wenn sie nachweisen können, dass sie zum Beispiel schon in Hochwasserschutz, Regenwasserversickerung oder Dachbegrünung investiert haben. Wessen Betrieb in so exponierten Gebieten liegt, dass dort keine Elementarschäden versichert werden können, kann auf die von Baden‑Württemberg und Nordrhein‑Westfalen angestoßene Debatte im Bundesrat hoffen: Beide Länder setzen sich für eine bundesweite Elementarschaden‑Pflichtversicherung für Gebäudeeigentümer ein, damit Versicherer niemanden mehr ausschließen dürfen. Die Bundesregierung prüft dazu verschiedene Modelle – darunter Opt‑out‑Lösungen, bei denen Elementarschutz standardmäßig eingeschlossen ist, Eigentümer ihn aber aktiv abwählen können. Die politische Debatte nimmt nun wieder an Fahrt auf. Ob am Ende aber eine echte Versicherungspflicht, ein Opt‑out‑System oder eine Mischlösung kommt, ist noch offen.
Die Initiative betrifft allerdings nur Gebäude. Für andere Assets wird es keine Pflichtversicherung geben.
Schon gewusst?
Für Produktionsanlagen oder Mobilien können Kundinnen und Kunden der Deutschen Leasing allerdings direkt im Paket mit der Finanzierung eine für solche Schadenereignisse passgenaue Absicherung abzuschließen - unabhängig von Branche und Standort.
Klimaanpassung systematisch angehen
Insgesamt steht die Wirtschaft bei der Vorsorge und der eigenen Absicherung gegen Klimafolgen aber noch am Anfang. Viele Unternehmen wissen zwar, dass sie handeln müssen – aber nicht, mit welchen Schritten sie anfangen und wie sie Maßnahmen sinnvoll priorisieren sollen.
Eine erste Hilfe kann die 2019 vorgestellte Norm ISO 14090 sein. Darin formuliert die Internationale Normungsorganisation Grundsätze, Anforderungen und Leitlinien, die Organisationen bei der Bewertung von Folgen des Klimawandels und Plänen für eine effektive Anpassung unterstützen. Die Norm kann helfen, systematisch Risiken zu erkennen, aber auch Chancen zu nutzen, die der Klimawandel eventuell mit sich bringt.
Die folgenden Tipps helfen beim ersten Schritt in Richtung Klimaanpassung:
- Standorte und Lieferketten auf Risiken durch Klimafolgen wie Hitze, Überschwemmung oder Sturm prüfen, z.B. mithilfe von Hochwasser-Gefahrenkarten.
- Betriebsinterne Hitzeschutzpläne entwickeln und klare Verantwortlichkeiten festlegen.
- Mögliche Schäden durch Extremwetter den Kosten vorbeugender Maßnahmen gegenüberstellen.
- Zunächst kleine, gezielte Maßnahmen umsetzen, etwa Verschattung, einfache Rückstausicherungen oder Notfallpläne.
- Arbeits-, Schicht- und Pausenzeiten während Hitzeperioden flexibel anpassen und besonders belastende Tätigkeiten in kühlere Tageszeiten verlagern.
- Positive Nebeneffekte wie geringere Niederschlagsgebühren oder niedrigere Heiz- und Kühlkosten bei Begrünungs- und Dämmmaßnahmen berücksichtigen.
- Verfügbare Förderprogramme recherchieren und nutzen, z.B. über den Fördernavigator des Netzwerks Klimaanpassung & Unternehmen (NKU).
Die Deutsche Leasing begleitet Sie als verlässlicher Partner auf diesem Weg – mit praxisnaher Beratung, maßgeschneiderten Lösungen und einem starken Netzwerk. Nutzen Sie die Chance, Ihr Unternehmen jetzt fit für die Folgen des Klimawandels zu machen und so Ihre Betriebsfähigkeit langfristig zu sichern.


