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Seamless Transportation – Werden wir in Zukunft alle zu Paketboten?

Seamless Transportation – Werden wir in Zukunft alle zu Paketboten?

Kaum ein Bereich wird sich in den kommenden 20 Jahren so grundlegend verändern wie Mobilität und Logistik. Ob Menschen oder Güter transportiert werden, ob in dichten Innenstädten oder dem ländlichen Raum – die Digitalisierung und Automatisierung des Verkehrs eröffnet ganz neue Rollenverteilungen und Geschäftsmodelle. Die nahtlose Integration bislang strikt getrennter Transportsysteme für Personen und Güter wird die bestehenden Grenzen zwischen dem privaten, wirtschaftlichen und öffentlichen Verkehr verschwimmen lassen.
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Uwe Veres-Homm
Geschäftsfeldkoordinator Logistik, Transport & Mobilität,
Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS | ©  Fraunhofer Institut

Autonome Fahrzeuge bleiben ein Thema, das erst ab 2030 in die breite Realität übergehen soll. Erst dann rücken die Konzepte der Seamless Transportation in greifbare Nähe.

 
Die neue Welt der „Seamless Transportation“, der nahtlosen Nutzung verschiedener Transportmittel, wird natürlich nicht überall gleichzeitig und flächendeckend umgesetzt werden. Vielmehr werden sich neue Lösungen dort finden lassen, wo die technischen Voraussetzungen geschaffen und Ansatzpunkte für die Akteure der Mobilitätswirtschaft geboten werden.

Im Kern müssen dazu drei Schritte realisiert werden:

  • Die Schaffung einer digitalen Verkehrsinfrastruktur ermöglicht die Überwachung des Verkehrsgeschehens in Echtzeit und die Kommunikation von Fahrzeugen, Passagieren, Transportgütern und Verkehrssystemen. Grundlage hierfür ist neben einer breiten Nutzung von Sensorik vor allem die nötige Kommunikationsinfrastruktur, etwa in Form des kommenden Mobilfunkstandards 5G.
  • Die so erhobenen und ausgetauschten Daten werden im zweiten Schritt für die Einführung intelligenter Systeme zum Verkehrsmanagement genutzt. Damit würde nicht nur die heute aus Navigationssystemen bekannte Routenoptimierung auf das gesamte Verkehrssystem übertragen. Ebenso wäre es möglich, abhängig vom Paketaufkommen in einem Stadtviertel wechselnde Parkplätze für Mikrodepots in Form von Containern vorzuhalten oder Algorithmen zur Optimierung des Stromverbrauchs an den Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zu nutzen.
  • Die zunehmende Selbstständigkeit dieser Fahrzeuge bis hin zur völligen Autonomie ist die letzte und wahrscheinlich wichtigste Voraussetzung. Dadurch würden nicht nur Sharing-Lösungen einen weiteren Auftrieb bekommen, vielmehr könnte die Kapazität der Fahrzeugflotte im Tagesverlauf deutlich besser genutzt werden, als es heute der Fall ist.

Während einzelne Aspekte der digitalen Infrastruktur und intelligenten Verkehrssysteme bereits in zahlreichen Pilotprojekte umgesetzt werden, bleiben autonome Fahrzeuge ein Thema, das erst ab 2030 in die breite Realität übergehen soll. Erst dann rücken die Konzepte der Seamless Transportation in greifbare Nähe. Diese sehen eine möglichst nahtlose Nutzung und Übergang zwischen verschiedenen Verkehrsträgern vor: Verkehrsteilnehmer haben die Wahl zwischen unterschiedlichsten Verkehrsmitteln, unabhängig von festen Fahrplänen. Die Vorgänge rund um Auswahl, Buchung, Navigation und Abrechnung der einzelnen Streckenabschnitte sind stark automatisiert, jederzeit transparent und möglichst aus einer Hand verfügbar.

Pakete werden sich in Zukunft selbst steuern

Die Übertragung dieser Vision auf den Güterverkehr führt auch zu sich größtenteils selbst steuernden Paketen, die für die Überbrückung der „letzten Meile“ eine Vielzahl an unterschiedlichen Transport- und Zustellmöglichkeiten zur Verfügung haben. Gerade hier gibt es heutzutage Verbesserungsbedarf: Während die Prozesse im Umschlag und im Hauptlauf der Paketdienstleister gut getaktet und stark automatisiert sind, bringt die Zustellung an den Kunden eine hohe Unsicherheit und damit auch Ineffizienz mit sich. Wiederholte Zustellversuche, abweichende Lieferadressen und nicht auffindbare Ablageorte bringt das ohnehin schon knappe und durchgetaktete Zustellpersonal an seine Grenzen. Die Frage, wie sich diese „letzte Meile“ im Paketverkehr anders organisieren lässt, ist deshalb regelmäßiges Thema von Forschungs- und Innovationsprojekten.

Pakete werden sich in Zukunft selbst steuern
©  iStock - lakshmiprasad S

Das Konzept der Seamless Transportation bietet hier neue Ansätze: Anders als bisher könnte der Paketkunde selbst oder auch Kollegen und Nachbarn die Überbrückung der letzten Meile übernehmen. Den physischen Umstiegspunkten zwischen den einzelnen Verkehrsträgern kommt in diesen Konzepten eine besondere Rolle zu. Die an Verkehrsknotenpunkten geplanten Mikrohubs könnten von allen Paketdienstleistern gleichermaßen beliefert und dann beim letzten Verkehrsträgerwechsel von den Kunden selbst entsorgt werden.

Die synergetische Nutzung schützt auch das Klima

Sicherlich wird allein schon aufgrund der Sendungsgröße und rechtlicher Auflagen nur ein Teil aller Gütertransporte über ein solches System abzuwickeln sein. Gerade die stark wachsenden Paketverkehre würden in der Abwicklung ihres aktuellen Flaschenhalses jedoch eine echte Alternative vorfinden. Die synergetische Nutzung von Verkehrsträgern auf der „letzten Meile“ würde zudem dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Transportkosten weiter zu senken.


Für die Umsetzung dieser Ansätze wird jedoch das Ökosystem der Partner, das darüber abgewickelte Volumen und damit die Auslastung und Effizienz der Systeme entscheidend sein. Eine Zusammenarbeit von öffentlichen (ÖPNV- und Infrastruktur-Betreiber) und privaten Akteuren (Flottenbetreiber, Paketdienstleister) ist dabei naheliegend, in der Praxis aber nicht immer leicht umzusetzen.

Geschäftsmodelle werden sich ändern

Neben dem Ökosystem steht auch die Frage nach dem Geschäftsmodell im Fokus: Werte werden neben der pünktlichen Sendungszustellung durch die Sammlung und Analyse von Daten und die damit zusammenhängende Optimierung geschaffen. Die Transportassets, also PKW, E-Scooter, Lastenfahrräder, Transporter, Container oder auch Packstationen werden mehr und mehr zu Commodities. Diese werden zwar nach wie vor benötigt, der Besitz rückt aber im Vergleich zur reinen Verfügbarkeit in den Hintergrund. Für reine Datenakteure wird es herausfordernd werden, den Zugriff auf diese Assets in Zeiten hoher Auslastung sicherzustellen. Im Zweifel müssen eigene Assets gebunden werden, über die man sicher verfügen kann, oder über ein Preispremium kurzfristig verfügbare Kapazitäten geschaffen werden.

Ob die nötige Schwungmasse über Allianzen bestehender Player oder ganz neue Akteure geschaffen wird, bleibt also abzuwarten. Werden diese noch bestehenden Fragezeichen ausgeräumt, verspricht die „Seamless Transportation“ durch die hohe Auslastung und bessere Allokation der Assets jedoch eine kundenorientiertere und nicht zuletzt auch nachhaltigere, da ressourcensparende Mobilität und Logistik.


Kontakt

Uwe Veres-Homm, Fraunhofer Institut

Uwe Veres-Homm
Geschäftsfeldkoordinator für die Themen Logistik, Transport und Mobilität

Fraunhofer SCS Supply Chain Services
Nordostpark 93, 90411 Nürnberg

Telefon: +49 911 58061 9539
E-Mail senden  
Fraunhofer Institut  

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Bildnachweise:
Bühnenbild: ©  iStock - Marcus Millo
Bild Uwe Veres-Homm: ©  Fraunhofer Institut
Bild "Pakete werden sich in Zukunft selbst steuern": ©  iStock - lakshmiprasad S