
Mit alternativer Finanzierung die Eigenkapitalquote verbessern
Das Bankrating für Unternehmen spielt eine zentrale Rolle bei der Kreditvergabe
Erfahren Sie in unserem Artikel:
- Welche Kriterien Banken bei der Kreditvergabe berücksichtigen
- Warum Eigenkapitalquote, Verschuldung und Cashflow über die Finanzierungskonditionen entscheiden
- Welche Vorteile alternative Finanzierungslösungen wie Leasing, Sale and Lease Back und Factoring für Rating, Liquidität und Risikomanagement bieten
Um für Kredite die möglichst besten Konditionen zu erhalten, sollten Unternehmen ihr Bankrating im Blick haben. Je besser dieses ausfällt, desto größer ist die Chance, einen Kredit zu erhalten und desto besser sind die Kreditkonditionen. Banken messen die Bonität eines Unternehmens anhand vieler Faktoren. Dabei handelt es sich um eine Art Note, mit der die Institute die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens bewerten. Sie messen damit die Ausfallwahrscheinlichkeit, also das Risiko, dass es zu einem Zahlungsausfall kommt. Das Rating ist nicht nur bei der erstmaligen Kreditvergabe wichtig, sondern auch wenn ein Unternehmen später einen neuen Kredit beantragt.

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Wer Kredite zu guten Konditionen will, muss künftig mehr liefern als solide Bilanzen. Auch wenn Berichtspflichten für viele KMU wegfielen, sind Finanzinstitute verpflichtet, Nachhaltigkeitsrisiken zu prüfen. Für Unternehmen heißt das: Wer transparent berichtet und nachhaltig investiert, sichert sich bessere Konditionen. Was Sie jetzt konkret tun können, um sich auf die nächste Finanzierung vorzubereiten, erklären unsere Expert:innen:
Eigenkapitalquote spielt entscheidende Rolle
Zwar besteht keine gesetzliche Pflicht für Banken, das Rating im Detail offenzulegen, doch geben die Institute Auskünfte. Sie nennen wichtige Anhaltspunkte, das eigene Rating zu verbessern. Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken verwenden unterschiedliche Scoring-Systeme. Doch bei nahezu jeder Bonitätsprüfung spielt die Eigenkapitalquote eine zentrale Rolle.
Sie bleibt eine zentrale Kennzahl der Bonitätsprüfung und gibt das Verhältnis des Eigenkapitals zum Gesamtkapital an. In vielen Ratingsystemen gelten Eigenkapitalquoten von rund 30 Prozent und mehr als solide Basis, Werte zwischen etwa 10 und 25 Prozent als angespannt. Liegt die Quote dauerhaft unter zehn Prozent, werten Banken dies in der Regel kritisch.
In den vergangenen Jahren haben sich die Eigenkapitalquoten vieler Mittelständler spürbar stabilisiert. Der Anteil schwach kapitalisierter Unternehmen mit weniger als zehn Prozent Eigenkapital und der Anteil mit negativer Eigenkapitalquote waren zurückgegangen, zugleich erreichte inzwischen fast die Hälfte der Betriebe Quoten von 30 Prozent und mehr. Diese Basis gerät nun zurzeit allerdings unter Druck. In einer aktuellen Unternehmensbefragung von KfW Research meldeten im Frühjahr 2026 rund 31 Prozent der Firmen, dass ihre Eigenkapitalquote in den vergangenen zwölf Monaten gesunken ist. Die anhaltend schwache Konjunktur und höhere Finanzierungskosten lassen die Polster schrumpfen.
Vor diesem Hintergrund reicht ein guter Eigenkapitalwert allein nicht mehr aus. Laut der DZ Studie „Mittelstand im Mittelpunkt“ achten Banken und andere Finanzierer zunehmend auch auf das Gesamtbild der Bilanzqualität. Nicht nur die Eigenkapitalquote entscheidet über das Rating, ebenso wichtig sind Cashflow-Stärke, Verschuldung und Rentabilität.
Zukunftsinvestitionen werden vertagtIn diesem Mix aus strengeren Ratinganforderungen, schwacher Konjunktur und eingetrübtem Finanzierungsklima besteht die Gefahr, dass Unternehmen wichtige Zukunftsinvestitionen aufschieben. Nach Angaben der DZ Studie ist die Investitionsbereitschaft auf ein Allzeittief von 52 Prozent gefallen, nur noch gut jeder zweite Betrieb plant in den nächsten Monaten Ausgaben für Maschinen, Anlagen oder andere Projekte. Die anhaltende Konjunkturschwäche, die geringe Auslastung vieler Industriekapazitäten und die Unsicherheit rund um den Iran‑Konflikt bremsen die Investitionsneigung weiter aus.
Insgesamt machen Mittelständlern die hohe Zinsbelastung und das eingetrübte Finanzierungsklima zu schaffen. Nach Erhebungen von KfW Research bewerten aktuell nur noch rund 24 Prozent der Unternehmen den Kreditzugang als leicht, während etwa 26 Prozent die Kreditaufnahme als schwierig einstufen – 2024 sah noch rund ein Drittel der Firmen den Zugang zu Krediten als unkompliziert an.
In dieser Lage brauchen Unternehmen Finanzierungsformen, die Investitionen ermöglichen, ohne Kreditlinien zu überdehnen oder die Bilanz unnötig aufzublähen.
Leasing: Liquidität schonen und flexibel bleiben
Die gute Nachricht: Mit alternativen Finanzierungen lassen sich Bilanzrelationen stabil halten, Investitionen anstoßen und Liquidität sichern. Ein zentrales Instrument ist Leasing. Denn dabei muss weder Eigenkapital eingesetzt noch Fremdkapital aufgenommen werden. Die monatlichen Leasingraten werden aus dem Cashflow bezahlt. So steigt die Eigenkapitalquote, und Unternehmen erhalten Liquidität, die sie anderswo einsetzen können. Damit haben sie eine höhere wirtschaftliche Flexibilität und mehr Unabhängigkeit.
Eine weitere Methode, um die Eigenkapitalquote zu verbessern, eröffnet das Sale-and-Lease-Back-Verfahren: Dabei können Unternehmen bereits bestehende und finanzierte Anlagegüter an eine Leasinggesellschaft verkaufen und zurückleasen. Auch dies verkürzt die Bilanzsumme und führt zu einer erhöhten Eigenkapitalquote, also besseren Kennzahlen in der Unternehmensbewertung. Unternehmen können zudem die Leasingraten als Betriebsausgaben steuerlich in voller Höhe absetzen.
Factoring: Schneller ans Geld kommen
Ein weiteres Instrument ist Factoring. Dabei verkauft ein Unternehmen einen Teil seiner offenen Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft, die den größten Teil des Rechnungsbetrags zeitnah auszahlt. Mit den liquiden Mitteln kann das Unternehmen eigene Verbindlichkeiten begleichen oder Einkaufskonditionen nutzen. Forderungen werden aus der Bilanz genommen, die Bilanzsumme sinkt, und die Eigenkapitalquote kann sich verbessern.
Zugleich hat Factoring sein Profil verändert: Heute setzen viele Mittelständler es nicht mehr nur zur bilanziellen Optimierung ein, sondern als Baustein im Working‑Capital‑Management und zur Absicherung gegen Zahlungsausfälle. Gerade in der aktuellen Lage nutzen sie Factoring, um Liquidität aus ihren Umsätzen zu ziehen und sich gegen Zahlungsverzögerungen und -ausfälle zu wappnen. Branchenbefragungen zeigen: Trotz schwacher Konjunktur und steigender Insolvenzen wächst die Nutzung von Factoring, weil Unternehmen ihre Zahlungsströme glätten und ihre Finanzierungsspielräume ergänzend zum klassischen Kredit absichern wollen.
Eine pauschale Antwort zur Verbesserung des Ratings und der Eigenkapitalquote gibt es nicht
Welche Instrumente für welches Unternehmen ideal sind, hängt von individuellen Faktoren ab. Etwa ob Anlagegüter für Sale-and-Lease-Back vorhanden oder andere Voraussetzungen für eigenkapitalstärkende Maßnahmen gegeben sind. Die richtige Mischung finden Unternehmen unter anderem im Gespräch mit ihrer Bank, die dabei etwa ihre Ratingkriterien erklärt und Hinweise gibt, wie sie das Unternehmen bewertet. In allen Fragen zu Asset-basierten Finanzierungen stehen Ihnen auch die Spezialisten der Deutschen Leasing zur Verfügung.


