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Klicken, Wischen Händeschütteln

Die Digitalisierung rüttelt auch die Finanzbranche durch. Immer weniger Kunden nutzen Filialen, sondern erledigen ihre Bankgeschäfte online. Dort ist die Differenzierung zum Wettbewerb schwierig. Die Hamburger Sparkasse, Haspa, revitalisiert ihre Filialen – und ihren Kern – mit lokalen und regionalen Angeboten, die auch mit digitalen Mitteln auf Nähe und Vertrauen setzen. Dabei spielen Sharing-Angebote eine große Rolle.
 

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Sofas und Sessel, Spielzeug auf dem Fußboden, ein großer Holztisch und Regale – immer mehr Haspa-Filialen erinnern kaum noch an eine Sparkassen-Niederlassung. Wohnliche Farben dominieren. Sparkassen-Rot umrahmt zwar noch den Eingang, ist danach aber fast nicht mehr zu sehen. Vom zentralen Empfangstresen mit Haspa-Logo abgesehen, könnten die Filialen auch ein Wohnzimmer sein, ein Concept-Store oder ein Nachbarschaftszentrum. Zum Treffpunkt für Menschen im Stadtteil sollen nach und nach alle Haspa-Filialen werden und so die regionale Verankerung des Instituts erlebbar machen. Denn nach „Regionalität und menschlicher Nähe“ sehnen sich viele Menschen „in unserer schnelllebigen Welt“, so die Haspa.

Doch für viele Menschen funktionieren Nachbarschaft und persönliche Kontakte kaum mehr ohne die kleinen digitalen Helfer, die Smartphones mit ihren Apps. Dabei ist es interessant zu beobachten, dass die Platzhirsche der sogenannten sozialen Medien wie Facebook & Co. bei der Kontaktaufnahme in der direkten Nachbarschaft eine offene Flanke zu haben scheinen. Boomende Angebote wie Nebenan.de oder dessen amerikanisches Gegenstück nextdoor.com zeugen davon, dass hier noch eine Nische mit großem Potenzial existiert. In einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung deutet die Soziologin und Stadtplanerin Franziska Schreiber die digital unterstützte Kontaktaufnahme positiv. Allein die Anwesenheit auf solchen Portalen zeige ja, dass da eine Bereitschaft ist, in Kontakt zu treten. Doch stellt sie auch fest: „Der digitale Kontakt ersetzt dabei aber niemals echte Begegnungen. Kurzfristig kommunizieren die Nutzer digital: Sie verabreden sich über eine Plattform. Dann tauschen sie Handynummern aus, und schnell kommt es zu einer Verlagerung ins Analoge.“
 
 

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Alltags-Sharing mit Kiekmo

Genau darauf setzt das neue Konzept der Haspa: die Verschränkung von digitalen Plattformen mit der analogen Welt. Seit 2017 arbeitet das Haspa-Innovationslabor Next an diesem Teil der Zukunft der Bank und ergänzt das Filialkonzept durch digitale Ideen und Projekte. Das in einem Coworking-Space untergebrachte Team hat unter anderem die Regional-App „Kiekmo“ entwickelt, deren Name im Dialekt der Hansestadt so viel bedeutet wie „Guck mal“.

Kiekmo wurde bisher über 30.000 Mal heruntergeladen und erreicht monatlich mehr als 100.000 Nutzer. Vordergründig liefert die App täglich hyperlokale Informationen aus den Stadtteilen, zusammengetragen von eigenen Redakteuren und Medienpartnern. Wie in den großen sozialen Netzwerken kann alles „geliked“, geteilt und kommentiert werden. Der Unterschied zu globalen sozialen Netzwerken wie Facebook liegt in der zentralen Ausrichtung der App. Denn sie zielt von vorneherein darauf ab, dass sie ihre App-Nutzer auch vor Ort treffen, um beispielsweise Dinge zu teilen oder gemeinsam zu nutzen.
 
 

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Die App mit dem Schließfach

Fürs private Sharing bietet Kiekmo eine Mischung aus Flohmarkt, Kleinanzeigen, Schwarzem Brett in Uni oder Supermarkt und Abreißzetteln an der Laterne. Jeder Nutzer kann Gesuche, Angebote und Tipps einstellen. „Der Marktplatz ist so etwas wie die digitale Schwester unseres neuen Filialkonzepts. Die Haspa als Ort der Begegnung und des Austausches wird über das Internet erweitert“, sagt Kiekmo-Projektleiterin Sarah Teich. Hat sich ein Käufer gefunden, etwa für die gebrauchten Sneakers oder das Smartphone, kann die Transaktion persönlich abgewickelt werden, muss aber nicht. In ihren Filialen hat die Haspa Kiekmo-Schließfächer aufgestellt, die sich per App reservieren, öffnen und schließen lassen.
 

Die Digitalisierung erlaubt Personalisierung

Die neu gestalteten Haspa-Filialen wollen mehr sein als nur Bankfilialen und laden zur nachbarschaftlichen Begegnung ein.
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Wie die bunten Räder, die zu tausenden die Großstädte überfluten, wie Carsharing und private Übernachtungsangebote basieren die Kiekmo-Schließfächer auf der Idee der Sharing Economy. Ist die gemeinsame Nutzung von Dingen anderswo längst erprobt, erlaubt die Digitalisierung die Erweiterung auf die persönliche Ebene. Per App wird jeder zum Anbieter ebenso wie zum Nutzer, und das global ebenso wie regional. Wer etwa eine selten genutzte Bohrmaschine zu Hause hat, kann sie per App anbieten und die Ausleihe per Schließfach organisieren.

Die Anwendungsszenarien sind der Kreativität der Nutzer überlassen: Beispielsweise nutzt eine Laufgruppe die Schließfächer dazu, während des gemeinsamen Trainings Schlüssel und Wertsachen darin zu deponieren. Produkte aus dem Online-Hofladen für regionale Lebensmittel „Frischepost“ können über die Schließfächer bezogen werden. Nach der Bestellung hinterlegt Frischepost die Lebensmittel im Fach und sendet den Öffnungscode dem Besteller. Eva Neugebauer, Frischepost-Mitgründerin, sagt: „Die Kunden entscheiden, wann und wo sie die Lieferung in Empfang nehmen. Pendler, die außerhalb des Liefergebietes wohnen, können ihre Bestellung auf dem Heimweg aufpicken.“
 

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Sharing boomt – ein bisschen

Die Sharing Economy boomt, wenn auch auf niedrigem Niveau. Laut dem Statistikportal Statista haben acht Prozent der Deutschen bereits Sharing-Angebote genutzt, 20 Prozent davon gehört und können sich eine Nutzung vorstellen. Haspa-Digitalchef Tobias Lücke findet: „Die Kiekmo-Schließfächer und das neue Filialkonzept sind ein Teil der öffentlichen Infrastruktur. Sie werden die Nachbarschaft in den Stadtteilen stärken, den Sharing- Gedanken voranbringen und damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität leisten.“ Potenziell versprechen die neuen Angebote der Haspa auch neue Erlösquellen: Die technische Plattform für Kiekmo wird nun für weitere Städte und Anbieter geöffnet. Lizenznehmer können sie an ihre regionalen Anforderungen anpassen, die Haspa hofft auf Lizenzeinnahmen. „Wir wollen, dass auch andere von unserer Entwicklung profitieren“, so Lücke. „Erste Gespräche laufen bereits.“

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Autor: Martin Brust, Journalist