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Digitalisierung funktioniert nur gemeinsam

Mit Plan.One hat der Gebäudehüllen-Spezialist Schüco eine digitale Plattform für die gesamte Bauindustrie gegründet. CEO Patric de Hair spricht im Interview über das Start-up und die Digitalisierung einer Branche im Wandel.

Herr de Hair, welches Problem lösen Sie mit Plan.One?

Patric de Hair: Wir revolutionieren die Produktrecherche für Architekten und Planer, die mehr als ein Drittel ihrer Zeit mit der Suche nach passenden Produkten für ihre Bauvorhaben verwenden. Bisher geschieht das sehr zeitaufwendig über die Kataloge und Webseiten der Hersteller. Eine zentrale und digitale Anlaufstelle, die nicht nur die Informationen, sondern auch eine herstellerübergreifende Vergleichbarkeit bietet, gibt es in Deutschland nicht. Ich würde das mit einer Zeit vergleichen, in der wir unsere Flugreisen bei den einzelnen Linien buchen mussten, anstatt das über die heute verfügbaren Flugbuchungsportale zu erledigen. Wir wollen dieses Portal für die Baubranche sein. Wir bieten aber auch weitere Dienste an, beispielsweise die Integration der BIM-Daten (Anmerkung der Redaktion: „Building Information Modeling“ ist eine digitale Planungsmethode, die die Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten erleichtert). Man kann also nicht nur die Produkte auf unserer Webseite ansehen, sondern die Daten über Schnittstellen in Planungstools und Softwarelösungen wie Revit und Archicad nutzen.

Sie bieten eine Suchmaschine für Abertausende Bauelemente.Sind alle Beteiligten schon „digital“ genug,um die Daten einfach überspielen zu können?

Bei der Digitalisierung ist die Bauindustrie im branchenübergreifenden Vergleich langsam. Einige müssen zwar nur noch aufs Knöpfchen drücken, um an unserer Plattform teilzunehmen, viele sind aber noch nicht so weit. Digitale Produktinformationen haben aber alle, denn jeder dieser Hersteller druckt seit vielen Jahren Kataloge. Das Problem dabei ist die Standardisierung. Jeder hat bei seinen Produktbeschreibungen einen eigenen „Dialekt“ entwickelt, der die Vergleichbarkeit erschwert. Hier kommen wir ins Spiel. Im Grunde ist Plan.One eine große Übersetzungsmaschine: Wir strukturieren, klassifizieren und standardisieren diese Daten und lassen sie von den Herstellern noch einmal prüfen, bevor wir sie veröffentlichen.

Wie verdienen Sie mit Plan.One Geld?

Für Architekten ist unsere Plattform kostenlos, die Hersteller zahlen für unterschiedliche Services. Wir haben ein eigenes Big-Data-Team, das Trendreports auf Basis der Nutzungsdaten auf unserer Plattform erstellt. Damit prognostizieren wir, wonach der Markt eigentlich sucht, eine wertvolle Information für die Planung der Hersteller. Die Erlösmodelle rollen wir in naher Zukunft weiter aus.

Patric de Hair, CEO Plan.One | Bildquelle: Plan.One
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 Wir revolutionieren die Produktrecherche für Architekten und Planer, die mehr als ein Drittel ihrer Zeit mit der Suche nach passenden Produkten für ihre Bauvorhaben verwenden.  

Patric de Hair, CEO Plan.One

 

Warum ist Plan.One keine Abteilung oder ein Bereich des Mutterhauses geworden?

Plan.One ist ein neutrales, herstellerübergreifendes Portal, das einen ganz eigenen Geschäftszweck verfolgt. Deshalb war eine eigene Identität von vornherein gewollt. Außerdem ist bei der Digitalisierung Schnelligkeit ein Erfolgsfaktor, und die zu erreichen, ist in einem großen Unternehmen schwierig. Ein dritter Grund für die Ausgründung war aber die Offenheit: Wir wollen eine ganzheitliche Lösung von der Industrie für die Industrie sein, und so werden wir auch am Markt wahrgenommen. Mittlerweile hat sich die Gebr. Knauf KG beteiligt, einer der führenden europäischen Hersteller von Baustoffen und Bausystemen.

Sie arbeiten sich also nach und nach durch die ganze Baubranche und suchen dabei Partner?

Begonnen haben wir mit Produkten und Informationen für die Gebäudehülle und haben das Branchenwissen von Schüco mit unserer Technologie kombiniert. Genau so gehen wir weiter vor bei unserer vertikalen Marktdurchdringung: Wir kombinieren das Expertenwissen, das innerhalb der Bauindustrie schon vorliegt, mit unserer Technologie. Digitalisierung funktioniert immer nur gemeinsam. Allein würde es keiner schaffen, eine umfassende Plattform auf die Beine zu stellen.

  Digitalisierung funktioniert immer nur gemeinsam. Allein würde es keiner schaffen, eine umfassende Plattform auf die Beine zu stellen.  

Patric de Hair, CEO Plan.One

Holt sich Schüco damit nicht potenziell die Konkurrenz ins Haus?

Echte Konkurrenz in diesem Bereich sehen viele gar nicht so sehr in der eigenen Industrie, sondern in Form eines finanzstarken Investors, der von außen versucht, sich in diese Wertschöpfung hinein zu verankern. Das haben wir in anderen Industriebereichen bereits erlebt, ob nun bei Musik, beim Fernsehen oder bei anderen. Ansätze für die Baubranche sehen wir in den USA oder auch Asien, und da ist die Industrie gut beraten, sich an einen Tisch zu setzen und nach Synergien zu suchen. Jeder hat mittlerweile verstanden, dass sich gemeinsam größere Chancen bieten als allein.

Sie haben Plan.One Ende 2016 gegründet. Hätte Ihre Idee auch zehn Jahre früher schon funktioniert?

Ganz klar: nein. Weder waren die technologischen Grundlagen vor zehn Jahren vorhanden noch waren die Akzeptanz und die Bedürfnisse der Zielgruppen so weit. Wir hätten weder früher noch später an den Markt gehen dürfen. Die Implementierung neuer Technologien schreitet je nach Branche mal schneller, im Falle der Bauindustrie mal langsamer voran. Und es geht nicht nur um Technologie, sondern auch um kulturelle Change-Prozesse, die im Unternehmen auch den letzten Mitarbeiter erfassen müssen. Sonst werden sich die Produkte trotz bester Technologie am Markt nicht behaupten.

Herr de Hair, vielen Dank für das Gespräch.

Weiterführende Informationen: 
https://plan.one     


Quelle Bildbühne: Shutterstock - Jacob Lund