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German Mittelstand - Chancen international nutzen

Die vergangenen Jahre markierten für viele deutsche Mittelständler eine kontinuierliche Wachstums-Story. Wie ist es derzeit um den deutschen Mittelstand bestellt?

Helmut Schleweis ist Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, des Dachverbands der Sparkassen-Finanzgruppe, sowie Präsident der Europäischen Sparkassenvereinigung
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Helmut Schleweis: Wir kommen aus einer inzwischen sehr lang anhaltenden, stabilen Wachstumsphase. Der Umsatz in den mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren im Durchschnitt jeweils über 5 % gewachsen. Jeder Mitarbeiter im Mittelstand erwirtschaftet heute einen Rohgewinn von rund 40.000 € im Jahr. Die Unternehmen haben diese gute Ausgangslage genutzt, um sich nochmals stabiler aufzustellen. Inzwischen erreicht die Eigenkapitalquote einen hervorragenden Wert von rund 40 %. Und auf Basis dieser hohen Eigenkapitalquote wird immerhin noch eine Eigenkapitalrendite von 14,7 % vor Steuern erwirtschaftet. Das sind wirklich bärenstarke Zahlen!

Diese Stärke wird den mittelständischen Unternehmen helfen, gut durch die jetzt zu erwartenden schwierigeren Jahre zu kommen. Der Brexit, die zunehmenden internationalen Handelskonflikte und die finanzpolitischen Konflikte im Euroraum sind jeweils erhebliche Unsicherheitsfaktoren. Ich nenne beispielhaft nur mögliche Einfuhrzölle auf Autos, die auch die Zulieferindustrie treffen dürften. Wenn mehrere dieser Faktoren gleichzeitig wirksam werden, dürfte das schnell auf die Konjunkturlage durchschlagen. Es scheint mir deshalb wichtig, jetzt dort entschlossen zu investieren, wo weiterhin gute Geschäftsaussichten winken. Die inländische Konjunktur etwa läuft weiterhin sehr gut, der Arbeitsmarkt dürfte sehr stabil bleiben.

 
In welchen Bereichen sollten die Unternehmen investieren, um weiter zu wachsen? Wo bieten sich neue Chancen?

Kai Ostermann ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing
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Kai Ostermann: Gerade unter den aktuell herausfordernden weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nutzen zukunftsorientierte Unternehmen ihre Chancen auf vielfältige Weise: Sie bringen mehr Innovationen auf den Markt, intensivieren also ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung. Sie steigern ihre Effizienz, indem sie die Modernisierung von Maschinen und Anlagen vorantreiben, Strukturen anpassen und Prozesse optimieren. Und schließlich setzen sie verstärkt auf ihre Internationalisierung, die sich aufgrund der genannten Unsicherheiten auf stabile, sichere Länder in der Europäischen Union und andere westliche Industrienationen fokussiert. Dort erweitern sie entweder durch gesteigerte vertriebliche Aktivitäten ihren Marktzugang oder nehmen Direktinvestitionen vor, um beispielsweise Logistik- oder neue Produktionsstandorte auf- oder auszubauen.

 
Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen bei der Internationalisierung, gerade vor dem Hintergrund schwelender handelspolitischer Konflikte?

Helmut Schleweis: Politische Entwicklungen dominieren derzeit die internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Hier müssen wir darauf hoffen, dass es sich nur um temporäre Verwerfungen handelt. Aber natürlich werden von einem drohenden Handelskrieg und der Sprunghaftigkeit einzelner politischer Akteure besonders exportorientierte Länder wie Deutschland getroffen. Kurzfristig sind deshalb spürbare Effekte möglich. Langfristig denke ich aber, dass alle Akteure eigene Interessen an ungestörten globalen Handelsbeziehungen haben. Deshalb rechne ich nicht damit, dass die politischen Konflikte von Dauer sein werden.

Ich erwarte langfristig auch größere Herausforderungen durch die Digitalisierung. Hier steht die sehr stark produktions- und industriegeprägte deutsche Wirtschaft mächtigen amerikanischen Digitalkonzernen einerseits und einer staatlich beeinflussten chinesischen Digitalwirtschaft andererseits gegenüber. Beide haben das Interesse, sich mit ihren Plattformen zwischen traditionelle Anbieter und deren Kunden zu schieben und künftige Schlüsseltechnologien zu beherrschen. Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren oder Speicherbatterie-Technologien sind hier nur wenige Beispiele. Wir sehen deshalb für europäische Unternehmen erhebliche Investitionsnotwendigkeiten in Technologie und Digitalisierung, wenn angestammte Marktpositionen verteidigt werden sollen.

 
Chancen gibt es also in jeder Situation. Was zeichnet deutsche Mittelständler aus, die auf dem internationalen Parkett bestehen?

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Kai Ostermann: Zunächst einmal eine klare internationale Strategie, die auch in einer ambivalenten Situation wie der gegenwärtigen konsequent fortgeführt wird. Dazu kommt ein gutes Verständnis für die besonderen Gegebenheiten des ausländischen Marktes: Lokale Marktexpertise, Fachkenntnis über das örtliche Rechtssystem und interkulturelle Selbstverständlichkeiten sind erfolgskritisch. Darin liegt eine der Stärken der Deutschen Leasing. Im Verbund mit der Sparkassen-Finanzgruppe unterstützen wir den deutschen Mittelstand bereits seit über 25 Jahren im Ausland. Unsere deutschsprachigen Mitarbeiter vor Ort sind Experten für die Branchen und kennen die rechtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten des Marktes. Mit Aktivitäten in mehr als 20 Ländern, zu denen auch China, die USA und Brasilien gehören, verfügen wir in der Sparkassen-Finanzgruppe über das größte internationale Netzwerk. Als Teil des S-CountryDesk, einem Zusammenschluss von Großsparkassen, Landesbanken, der Deutschen Leasing und der Deutschen Factoring Bank, greifen wir dabei auch auf unsere Partner zurück, im Sinne von Wissenstransfer, Beratung und tatkräftiger Hilfe vor Ort.

 
Abschließende Frage: Auf welchen Werten sollte sich das internationale Wachstum des deutschen Mittelstands gründen?

Kai Ostermann: Die Chancen der Globalisierung zu nutzen ist wichtig, allerdings sollten die Unternehmen dabei nie ihre eigenen Wurzeln vergessen. Der Begriff „German Mittelstand“ hat schon fast den Status einer eigenen, starken Marke erreicht. Was diese Marke stark macht, sind Werte wie Langfristigkeit, Tradition, regionale Verbundenheit, aber auch Geschäftssinn und Mut. Auch die Deutsche Leasing selbst ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen – gerade im Ausland – und hat dabei immer auf diese Werte gesetzt. Neben unseren wirtschaftlichen Kennzahlen machen sie uns zu einem echten Mittelständler. Diese Werte sind die Basis für unseren Umgang mit unseren Kunden. Sie spiegeln sich im gesamten Unternehmen wider – bis hin zu unserer Risikopolitik, die wir als konservativ und zugleich chancenorientiert verstehen.

Helmut Schleweis: In Deutschland sind sehr viele internationale Marktführer zu Hause, zum Teil als Hidden Champions. Wir haben eine hervorragende technologische und industrielle Basis, sehr gut ausgebildete Mitarbeiter und eine stabile Sozialpartnerschaft. Das alles sind echte Vorteile in einer globalisierten Welt. Entscheidend für die Zukunft ist aus meiner Sicht, dass mehr in die Digitalisierung investiert wird. Das betrifft zum einen den Breitbandausbau und die 5G-Verbindungen. Denn nicht alle international ausgerichteten Mittelständler sind in den Metropolen zu Hause, viele haben ihren Sitz in der Fläche des Landes. Und zum anderen ist eine Digitalisierung der bisherigen Angebote und Abläufe entscheidend. Hier müssen wir in Europa nach meiner Einschätzung mehr Geschwindigkeit aufnehmen.

Als Sparkassen-Finanzgruppe achten wir darauf, langfristig in guten wie in schlechten Zeiten an der Seite unserer gewerblichen Kunden zu sein und überall in Deutschland vor Ort entscheidungsfähige Ansprechpartner zu haben. Wir wissen, dass wir vom deutschen Mittelstand leben – und er von uns. Das führt zu einer Interessenidentität, mit der wir gemeinsam auch zwischenzeitliche konjunkturelle Stürme gut überstehen.

Herr Schleweis, Herr Ostermann, wir danken für das Gespräch.

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Die Fragen stellte der Wirtschaftsjournalist Michael Hasenpusch.

 

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Bildnachweise:
Bühnenbild: © iStock / Weerasaksaeku
Bild 1: © DSGV (Helmut Schleweis)
Bild 2: © Roberto Kressner Fotografie (Kai Ostermann, DL)
Bild 3: © iStock / chinaface
Bild 4: © iStock / MircoStockHub
Infografik: © AdobeStock / ktdesign