IfW:Arbeitslosigkeitsinkt

TrendzurTeilzeithältanundlässtdieZahlderMenschenohneJobzurückgehen

Axel Schrinner | Handelsblatt

Düsseldorf Trotz einer sehr holprigen Erholung der Wirtschaft erwartet das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) 2011 einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Nachdem die Zahl der registrierten Arbeitslosen dieses Jahr mit 3,4 Mio. Menschen praktisch auf Vorjahresniveau stagnieren dürfte, rechnen die Volkswirte für 2011 mit einem Rückgang um 170 000 im Jahresschnitt, heißt es in der neuen IfW-Deutschland-Prognose. Mit seiner optimistischen Prognose widerspricht das Kieler Institut den meisten anderen Volkswirten, die für das laufende Jahr einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit erwarten. So warnte der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt, „die Gefahr, dass die Arbeitslosenzahlen steigen, ist noch nicht gebannt“. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle geht in seinem Jahreswirtschaftsbericht von 3,7 Mio. Arbeitslosen im Jahresschnitt aus.





Auf dem Höhepunkt der Krise hatten Volkswirte gar mit deutlich mehr als 4,5 Mio. Arbeitslosen im Jahresschnitt gerechnet. Nach den neuen Kieler Berechnungen erreichte die Arbeitslosenzahl aber ihren Höhepunkt bereits im zweiten Quartal 2009. Seit diesem Zeitpunkt sinkt die Arbeitslosigkeit von Quartal zu Quartal – bis Ende 2010 langsam, ab 2011 dann deutlich. Grund für die günstige Entwicklung ist aber nicht etwa die rasche Erholung der Konjunktur – im Gegenteil: Für 2011 revidierten die Volkswirte ihre Prognose sogar noch leicht nach unten. Sie erwarten 1,8 Prozent Wachstum nach 1,2 Prozent 2010. Verantwortlich sei vielmehr der „langjährige Trend zum Rückgang der Arbeitszeit je Erwerbstätigem“.


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